Montag, 31. Oktober 2016

...und wie läuft es bei Louisa in der Schule?

Diese Frage kam nachdem ich hier von Jolinas Schulalltag berichtete.
Auch hier kann ich sagen: "Sie ist angekommen" und zwar schon gleich in der ersten Woche.


Wir haben die richtige Schule gemeinsam gewählt, das haben die letzten Wochen gezeigt und wie erwartet war die Grundschule hier eine sehr gute Vorbereitung. Wir müssen sogar sagen, sowohl die Mädels als auch die Mütter (3 Freundinnen sind zusammen in die Französisch Klasse gegangen) empfinden das Pensum als wirklich machbar, oder sogar easy.


Dass das nicht alle Eltern so empfanden haben wir auf dem Elternabend fest gestellt. Da wurde gesagt, die Kinder hätten ja jetzt so viel weniger Freizeit, weil soooo viele Hausaufgaben zu erledigen seien.
Louisa war gewohnt in der Grundschule immer für 2 Fächer Hausaufgaben zu haben, hier ist es niemals mehr, obwohl jeden Tag mehrere Lehrer unterschiedliche Fächer unterrichten.
Schule wird eben immer anders empfunden.


Ich dachte sie hätte vielleicht Probleme sich von einer bzw zwei Lehrern auf viele verschiedene einzustellen.
Ach, was Mütter immer so denken. Die Zeit war einfach reif für einen Wechsel und eine Stufe höher zu steigen.
Jetzt kann sie wenigstens auf manche Lehrer schimpfen, was sie natürlich tut und andere verehren, was ich auch wichtig finde. Vorbilder sind immer gut, na ja, natürlich nur die richtigen *hust*


Die erste Klassenfahrt liegt auch schon hinter der Klasse und Ziel war sich richtig kennen zu lernen und zusammen zu wachsen. Natürlich wurde gemault, weil Handys verboten waren und MP3 Player, und Nintendos, eben alles was ablenkt, doch so konnten sie die Kids auf sich konzentrieren und waren nicht von anderen Dingen abgelenkt.
Auf der Fahrt wurde dann auch der Klassensprecher gewählt, mein Töchterlein wollte das unbedingt machen und ist tatsächlich Stellvertreterin.


Auch das Bus fahren klappt gut. Allerdings muss ich dazu auch sagen, wir wohnen direkt vor den Toren der Stadt. Mit dem Bus zum Bahnhof dauert es 13 Minuten, mit dem Zug 4 Minuten.
Der Nachteil ist, dass die Busse bis sie bei uns sind, so rappelvoll sind, dass sie teilweise gar nicht mehr anhalten, weil sie keine Maus mehr reinquetschen könnten.
Louisa beschloss, sie fährt lieber Zug, allerdings müssten ihre Freundinnen dafür ziemlich weit laufen. Louisa war aber so begeistert vom Zug fahren, dass sie beschlossen hat auch alleine Zug zu fahren. Doch dann stand sie 2 mal abgehetzt vor der Haustür weil der Zug nicht kam, das erste Mal gab es eine Durchsage und das zweite Mal lag, als sie zum Bahnhof kam, abgedeckt unter einer Plane etwas, das sich dann als das Pferd entpuppte das immer bei uns vor dem Küchenfenster stand.
Hier auf dem Insta-Video rennt er noch.
Wenn Jolina dann im Bus sitzt und ich mit Louisa los kann, schaffe ich es durch den Berufsverkehr nur knapp zum Schulbeginn um 7:45h.
Jetzt fahren die Mädels eben immer mit dem frühen Bus, dann besteht die Chance auf den nächsten, oder dann noch den Zug.


Louisa bringt sich auch sofort in der Schule ein und hat mit Begeisterung Cafeteria-Dienst geschoben. Das bedeuten keine Pausen haben und in der Cafeteria hinter der Theke stehen und Brötchen, Getränke oder Süßigkeiten verkaufen. Als Dankeschön gibt es dann auch einen Gutschein.
Leider drängen sich die Schüler nicht wirklich um diesen Dienst, nur Louisa und 2 ihrer Freundinnen.
Dadurch kennt man die Mädels auch schon in der Oberstufe, keine schlechte Methode sich einzuführen.
Als kleine Nebenbemerkung, die Leiterin der Cafeteria ist auch gleichzeitig Louisas Trainerin bei der Zirkusgruppe, das erleichtert das Ganze natürlich.



Die ersten HÜs (Hausaufgabenüberprüfungen) gab es auch schon. Bei einer musste ich echt den Kopf schütteln, die setzte zu viel Wissen voraus, das man dann in seltsame Skizzen transferieren musste, selbst mir, die dieses Fach als Leistungskurs hatte und es echt beherrscht, musste kurz stuzen und mich erst mal eindenken.
Aber auch das ist Gymnasium, eben kein Ponyhof und solche Erfahrungen gehören auch dazu. Ich würde mir nur wünschen meine Tochter würde das nicht so cool wegstecken, sondern sich mehr ärgern, hahaha.
Nein, das Lernen hat sie nicht erfunden, da kommt sie leider nach mir, entweder es fliegt einfach so zu, oder man hat Mut zur Lücke.


Ich bin auch sehr angetan wie Französisch unterrichtet wird. Der Fokus liegt erst mal auf dem sprechen, erst nach 6 Wochen Schule haben sie angefangen die Sprache auch geschrieben zu entdecken, so macht es einfach mehr Spaß, wenn ich da an meinen trockenen Unterricht denke, kein Wunder, dass ich diese Sprache so bald wie möglich abgewählt habe, die man mir von Anfang an vermiest hat.


Ihr seht, auch der Großen geht es super auf der neuen Schule, neue Freunde hat sie gefunden und war auch schon zu Partys eingeladen. Sie ist richtig groß, viel weiter als ich damals war, auch was ihren Klamottenstil betrifft.

  Und somit kommen wir zu dem Oberteil das Louisa trägt.
Es ist ein Designbeispiel von "Lottis Zipfelshirt". Ich war zum ersten Mal im Team von MiToSa-kreativ und habe mich super wohl gefühlt. Eine ganz tolle Truppe hat Sandra da.


Das besondere an diesem Zipfelshirt sind die Teilungen, und weil ich Lust habe, habe ich noch mehr unterteilt, nämlich den Rücken und die Ärmel.
Da ich recht viel nähe und auch schon die unterschiedlichsten Schnittmuster genäht und auch getestet habe, kann ich sagen bei diesem Shirt überzeugt unter anderem auch die Passgenauigkeit der Teile und die Markierungen, die das Nähen erleichtern.


Louisa möchte am liebsten nur noch "coole" Kleidung tragen. Schwarz ist auf jeden Fall schon mal cool. Aber immer schwarz nähen und dann noch bei einem Shirt, das gerade durch die Unterteilung ins Auge sticht?
Ich weiß ja, dass Louisa meinen geliebten Rosenstoff auch ins Herz geschlossen hat, deshalb nähte ich voll auf Risiko, ohne zu fragen - puhh Glück gehabt, es ist cool.


Mehr Beispiele findet ihr bei Sandra: klick 




Schnittmuster: Lottis Zipfelshirt von MiToSa-kreativ*
Stoffe: Lillestoff 
Schuhe: Lico
genähte Größe: 146
Model: Lou
Fotos: ©JoLou
verlinkt zu: lillelieblinks


#31for21 Finale...oder doch nicht?

Heute ist also eigentlich der letzte Tag von 31 for 21, nur habe ich ein paar mehr Bilder als 31 bekommen, somit geht die Aktion auf jeden Fall auf facebook weiter, denn dort gab es die größte Aufmerksamkeit, aber auch im Blog werden die März-Botschafter noch einen Auftritt haben.

Heute eine liebe Freundin, die hier im Blog sogar ein eigenes Label hat: Charlotte


Charlotte ist aber auch als "Nudel" bekannt, ein Spitzname, der wirklich gut passt.

Sonntag, 30. Oktober 2016

Wochenende in Bildern

Dieses Wochenende zeige ich Euch wieder ein paar Bilder, denn Erwin hat uns am Wochenende besucht. Wer ist Erwin?
Na wartet mal ab.

Am Freitag kam Jolina überglücklich mit Erwin, dem Klassentier nach Hause.
Es wird immer gelost wer den kleinen Kerl mit nach Hause nehmen darf und dieses mal durfte er im Bus mit zu uns fahren.

Er durfte auch mit Fernsehen, und musste aufs Puppenklo, das jetzt extra für Erwin bei uns im Bad steht

Morgens im Schlafi rumgammeln ist toll und Erwin war natürlich dabei

So sah der Baum zwischen den Häusern bis Samstag Morgen aus, er hat über Nacht die Blätter verloren und da wir am Montag einen Hänger für Grünschnitt gemietet haben war er reif für die Astschere

Der Baum ist bereit für den Frühling ;-) (Puh der hatte schon wieder Knospen wo schon grün raus blitzte.
Die Rosen habe ich auch gleich geschnitten bis der Sack voll war

Auf der Schulter vom Papa hat sich ein kleiner Hausgast reingeschmuggelt.
Bevor er zu Tode geliebt wird, musste er wieder raus, Eltern sind echt uncool

Geplant war Brokkoliauflauf und Kartoffeln, daraus wurden Spaghetti, ich war nach dem ganzen Vormittag im Garten fix und alle

Bevor Louisa zum Geburtstag los ist, noch schnell die Haarkreide probiert, doch die hält irgendwie nicht

Schnell noch eine Rezension geschrieben

Sonntag Morgen, endlich Sonne satt, was bei mir sofort Kopfweh verursachte und bei Louisa dann auch, Mist

Nach dem Duschen ein bisschen zocken

Mittagessen to be

Sieht schon mal lecker aus

Kassler im Brotteig, hab ich schon immer mal machen wollen, heute war es soweit

Oma und Opa waren zu Besuch und haben auf dem Speicher nach langem Suchen die alten "Hanni und Nannis" gefunden und mitgebracht und diese Jacke, an die ich in letzter Zeit mal denken musste, da wieder in.
Das ist meine alte Jacke aus den frühen 80ern, wenn nicht sogar 1979. Sie ist frisch gewaschen und fast wie neu.
(War mal von Quelle und meine beste Freundin hatte aus Zufall genau die gleiche)
Ach was habe ich diese Jacke geliebt, hat sogar ein Plott drauf

Zum Kaffee gab es Waffeln, wo ich doch jetzt das Waffeleisen neu entdeckt habe.



Ich habe auch schon die ersten Weihnachtsgeschenke mit zu meinen Eltern gegeben, denn die kaufe immer ich und bald ist schon Weihnachten.... HILFEEEE!!!

Mehr Bilder des Wochenendes findet ihr hier

Sonntagskino: Ausstellung Touchdown und #31for21

Heute könnt ihr das Sonntagsvideo nur bei facebook auf der ZDF heute Seite sehen, irgendwie geht das teilen leider nicht mehr :-(

In Bonn läuft eine super Ausstellung in Sachen Down Syndrom und seine Geschichte, ich hoffe wir schaffen sie zu besuchen.
Hier geht es zum Video: klick

Zusätzlich habe ich natürlich auch heute am Sonntag eine bezaubernde Botschafterin, die zeigt, dass es schon wirklich schade wäre, wenn es sie und viele andere Menschen mit Down Syndrom nicht gäbe.


Samstag, 29. Oktober 2016

Rezension: "Als wir zum Surfen noch ans Meer gefahren sind"

Untertitet: Unser Leben vor dem Internet

Der Titel ist genau nach meinem Geschmack.

Boris Hänssler, auf dessen Mist das ganze gewachsen ist, scheint mein Alter zu haben.
Jedenfalls schildert er zum Teil genau meine Kindheit, ganz ohne Medien, na ja fast ohne, immerhin hatten wir 3 Fernsehprogramme und Radio.

Das Hörbuch wird von Christian Ulmen gelesen und ich würde sagen: "Gut"
Ich bin da ja schrecklich wählerisch und jammere ständig rum, wenn mir der Sprecher nicht gefällt, dieses Mal habe ich nichts zu motzen.

Es kommt ein bisschen Wehmut auf, denn die Zeit kann man nicht zurück drehen, auch wenn wir heute ohne Internet total aufgeschmissen wären, haben wir früher überlebt. Das können sich unsere Kinder gar nicht mehr vorstellen.

Meine 10 jährige Tochter war in den Sommerferien ein paar Tage im total analogen Haushalt ihrer Großeltern. Kein DVD-Player, kein WLan für ihr Smartphone, nicht mal Netz, hahaha.
Wie haben wir früher nur unsere Ziele gefunden?
Ich erinnere mich noch, dass man seinen Freunden zur Einladung (per Post oder Hand überreicht) immer eine Wegbeschreibung zugelegt hat, wenn sie noch nicht bei einem waren.
".... und dann kommt so ein hässliches Haus mit einem Hirschgeweih am Giebel, dort müsst ihr links fahren und am Brunnen, dann rechts rein das dritte Haus ist lila, dort schräg gegenüber wohnen wir."
Schade, unser Tom Tom sagt nur: "biegen sie rechts ab, .... biegen sie jetzt rechts ab!!!" Manchmal zucke ich dann Richtung Gaspedal, obwohl die Ampel rot ist, weil TomTom das so will.

Die 2 CDs machen wirklich Spaß anzuhören und man fühlt sich ganz oft ertappt.



Boris Hänßler

Als wir zum Surfen noch ans Meer gefahren sind

Unser Leben vor dem Internet
Erscheinungstermin: 16. Mai 2016
Auswahl
Gelesen von Christian Ulmen
2 CDs  2 Stunden 15 Minuten Laufzeit








Das sagt der Verlag:
Dieses Hörbuch ist eine humorvolle, leicht melancholische Reise in die Vergangenheit kurz vor dem Siegeszug des Internets: Wie haben wir damals nur den Alltag bewältigt? Wie kamen wir ohne Navi von A nach B? Wie pflegten wir Freundschaften ohne Facebook? Wie ging Partnersuche vor Tinder? Das Internet hat unseren Alltag verändert – und uns selbst auch.

Christian Ulmen liest Hänßlers Zeitreise mit einem Augenzwinkern und der richtigen Portion Humor.

Das ganze gibt es auch als Buch, download oder für den Kindle

#31for21 Tilda

Nun ist der Oktober fast schon vorüber.
28 geliebte Menschen um die es wirklich schade wäre haben Euch schon hier vom Blog angelächelt.
Heute ist es Tilda, die als Kind Nr. 4 das Glückskleeblatt vervollständigt hat.


Ihre Mama hat mir erzählt wie Tilda zu ihren Namen kam:
"Tilda Lotta Jala-Adia (=Namenszusatz für das extra-x, afrikanisch bedeutet einzigartiges Geschenk, da weder ein viertes Kind noch das Down Symdrom geplant war - sie hat uns auserwählt 😁😍)"


Freitag, 28. Oktober 2016

#31for21 Zoe - irgendwie anders und doch so normal

Unsere heutige Botschafterin ist Zoe und sie hat eine eigene facebook FanSeite auf der ihr sie genau verfolgen könnt.


Edit: Was ein Zufall, gerade erfahre ich, dass Zoe Geburtstag hat.
Happy Birthday großes Mädchen und viele Geschenke und lecker Kuchen

Donnerstag, 27. Oktober 2016

#31for21 mit einem Super-Fan

" wie schade, wenn es mich nicht gäbe..... die Rhein Neckar Löwen hätten einen Super Fan weniger " - Junior, 3 Jahre




Mittwoch, 26. Oktober 2016

Update: So läuft es bei Jolina in der Schule

Aus dem näheren Umfeld kommt oft die Frage: "Und? Wie läuft es so in der Schule bei Jolina?"
Ich kann nur sagen, es läuft wunderbar.
Es läuft besser als ich es mir erhofft habe und viele Ängste waren vollkommen unbegründet.

Farbenmix Schal Tullehuivi Restverwertung beim nähen

Inzwischen hatte Jolina sogar schon ihre ersten richtigen Ferien und geht mit viel Freude, seit Montag wieder in die Schule. Auch in den Herbstferien hat sie immer wieder gefragt: "Schule gehe?"
Sie liebt es und sie ist stolz ein Schulkind zu sein und wenn Louisa von ihrer Klasse etwas erzählt mein Jolina immer empört: "Nein! Ich Klasse gehe!"

Ja, die Sprache hängt noch etwas hinterher, aber auch da kommen kleine Fortschritte. Sie gibt sich inzwischen sehr Mühe ihren Namen richtig auszusprechen, bis vor kurzem kam nur "Linna".
Wir feiern ja auch die kleinen Erfolge, also: JUHUUUUUU!!!!

Farbenmix Schal Tullehuivi Restverwertung beim nähen

Wir haben auch fest gestellt, dass Jolina das was sie vom PEp her kann, nicht wirklich in der Schule anwendet, eigentlich kann sie alle Buchstaben benennen und auch schon mit geduldiger Hilfe zusammenschleifen, aber es ist eben ein anderes Umfeld und Jolina unterscheidet extrem unter Personen und Situationen was sie zeigt, macht und wie sie sich benimmt.

Aber Jolina ist ein Kind, das sich gerne etwas bei anderen abschaut und genau deshalb ist sie in der Regelschule bestens aufgehoben.
Sie schaut auf die anderen und sieht, einiges was sie mitzieht, natürlich innerhalb ihrer Möglichkeiten.

Farbenmix Schal Tullehuivi Restverwertung beim nähen

Ein RIESENgroßer Meilenstein ist, dass Jolina keine Sandstürme mehr malt.
Inzwischen malt sie etwas, sagt was es sein soll und man erkennt es dann sogar, zusätzlich findet man ganz oft auf ihren Bildern A s - wie ich am letzten Schultag vor den Ferien erfahren habe schreibt Jolina jetzt in Wörtern immer das A und ihre I-Helferin den Rest, eine tolle Methode sie ganz langsam heran zu führen, denn bei ihr hängt es ja weniger an der Nichtkenntnis der Buchstaben, sondern eher an der Graphomotorik.


Mitte des Monats überraschte sie uns mit diesem Blumenbild, auch ausmalen klappt immer besser.

Hausaufgaben sind so ne Sache. Im Prinzip klappt es gut und die Schule hat auch eine sehr gute Möglichkeit gefunden, damit wir es flexibel gestalten können, da Jolina ja Montags, direkt nach dem Essen schon wieder mit mir im Auto sitzt und nach Mainz fährt um dort beim PEp nochmal 1,5 Stunden Unterricht zu erhalten.

Gestern war leider ein Tag, da war Jolina extrem müde nach der Schule und ich extrem ungeduldig, keine gute Kombination, ich weiß.

Da flossen sogar zum ersten Mal Tränen bei Jolina und sie schluchze immer wieder "Tut mir leid", weil sie merkte, dass sie mich auf die Palme brachte. Zuerst wollte sie die Hausaufgaben von der Schule nicht, sondern die vom PEp machen, doch wenn sie letzte Woche eine Seite voller F s wie eine Rakete geschrieben hat, war das G wohl eine unüberwindbare Hürde.
Immer wieder schrieb sie nur den Bogen, zuerst geduldig zeigte ich ihr, den Strich zur Seite und nach unten, dann mit Nachdruck und irgendwann wurde ich laut "Nach unten, UNTEN!!!" und Jolina schaute mich an und machte den Strich zur Seite nochmal, dann machte ich es ihr vor und sie machte.... einen Strich zur Seite.
Das sind die Momente wo ich dann echt an meine Grenzen stoße, warum kapiert sie so etwas für uns einfaches nicht? Das ist dann immer der Punkt wo ich die Reißleine ziehe, mit den G s kamen wir nicht weiter, aber eine Hausaufgabe MUSSTE einfach gemacht werden, wir sind ja hier nicht bei wünsch dir was.
Also nochmal die von der Schule ausgepackt und mit viel Unterstützung und Ermahnung ging es.
Ständig waren ihre Gedanken woanders. Sie musste nur etwas ausmalen und trotzdem musste ich ständig ermuntern, weil sie schaute, was da jetzt in einem Glas auf der Spüle ist usw.
Auf dem Tisch liegt sonst nichts, ich gestalte ihren Arbeitsplatz möglichst reizarm, aber ich kann ja schlecht einen leeren Raum im Haus haben in dem nur Tisch und Stuhl steht, obwohl, dann würde Jolina etwas an ihren Klamotten finden das sie spannender findet, oder eine Fliege fliegt vorbei.....aaaahhhhhh!!!!!

Aber das war jetzt mal nur ein Horrorhausi-Tag weil sie müde war, es gibt auch die anderen Tage wo es super läuft und sie macht ja Fortschritte. Ich bin gespannt welcher Buchstabe nach dem A kommt für sie :-)

Farbenmix Schal Tullehuivi Restverwertung beim nähen

Jetzt wisst ihr aber warum ich beim nähen für Jolina relativ wenig Verzierungen an die Kleider anbringe.
Ich heule immer noch den Schleifen nach, die ich beim rosarosa Probenähen an die Feli-Tunika angebracht habe, die überlebten keine Stunde.
Also nähe ich alles immer schön fest und nix steht ab, naja, fast nix.
So habe ich bei Jolinas Tullehuvi auch kein Blümchen oder Schleifchen angenäht, obwohl es mir echt gefallen würde.
Aber ich habe einen Stoffrand benutzt.
Kennt ihr das auch? Der Stoff liegt zwar doppelt und dann reicht er in der Breite doch nicht, weil ein breiter Rand auf einer Seite ist mit Designer und Stoffname. Die ganze Zeit hab ich damit wenig anfangen können, doch manche sind so schön, schaut mal dieser hier, der passt doch wie Faust auf Auge auf den Schal und es macht auch nichts, dass es Webware ist, der dehnbare Tullehuivi macht das mit.

Farbenmix Schal Tullehuivi Restverwertung beim nähen
E-Book: Tullehuivi bei farbenmix
Stoffe: JoLous Chaosstoffregal
Model: Jolina
Gr. KU49
Fotos: ©JoLou

#31for21 Leya

Wie schade, wenn es Leya nicht gäbe, oder?


Montag, 24. Oktober 2016

Meine Mami-Bucket List (habe ich die überhaupt?)

Ich bin ein großer Planer, das führt dazu, dass sich meine Pläne auch recht oft in Luft auflösen, weil mal wieder die Realität dazwischen gekommen ist.

Eigentlich sind meine Pläne immer im Kopf. Ich nehme mir morgens Dinge vor die ich erledigen will, wenn ich die wichtigsten davon schaffe fühle ich mich super.
Ich schreibe das aber nicht auf. Trotzdem habe ich mir vor kurzem dieses Bucket List Notizbuch* bei Hema gekauft.


Passend dazu kam mir die Blogparade von Raise & Shine gerade richtig unter die Augen. Mamis Bucket List.

So eine ähnliche Liste habe ich ja schon hier auf dem Blog, meine 101 in 1001, die haben aber nichts mit Mutter sein zu tun.

Zusätzlich werde ich nächstes Jahr ganz analog meine Blogbeiträge planen, jedenfalls habe ich das geplant ;-) (den Kalender habe ich mir schon gekauft)


Jetzt also meine Liste.

Ich bin übrigens irgendwie auch keine "Mami". Ich bin Mutter oder Mama, selbst Mutti bin ich nicht und Mami? Nö!!! Das bin ich nicht.

Ich weiß nicht ob ich als Mutter planen möchte.
Die Gründe erkläre ich Euch gerne.

Als Mutter einer behinderten Tochter habe ich am Anfang sehr schmerzlich lernen müssen, dass man im Leben nichts planen kann und auch Wünsche und Hoffnungen sind gefährlich.

Ich möchte damit nicht sagen, dass ich keine Hoffnung oder gar Wünsche hätte, nur lernt man sehr schnell die unter Kontrolle zu bringen und damit gewinnt man plötzlich Lebensqualität.

Wir alle kennen das doch, wir planen einen Abend mit Freunden und stellen uns alles so super vor und am Ende wird der Abend richtig doof, weil sich unsere Erwartungen nicht erfüllen.
Ein anderes Mal haben wir keine Lust unter Menschen zu gehen und werden eher mitgeschleift, diese Abende werden oft die Besten, denn man hatte ja nichts erwartet und dann war alles um so viel besser als gedacht.

Wenn wir Kinder haben, dann erwarten wir zu bestimmten Zeiten gewisse Entwicklungsschritte, kommen sie früher ist man total stolz, lassen sie auf sich warten bekommt man Panik weil das Kind von xy das schon kann/hat.

Während meine Große mit 6 Monaten schon an den Möbeln entlang gelaufen ist, konnte meine Kleine an ihrem 1. Geburtstag das erste Mal frei sitzen.

Heute ist sie 7,5 und trägt noch Windeln und spricht 3 Wortsätze.
Wir wissen es wird irgendwann kommen, dass sie besser spricht und ohne Windeln in die Schule gehen kann, aber wann das sein wird, das planen wir nicht, wenn es kommt werden wir uns ein Loch in den Bauch freuen bis dahin sind wir einfach zufrieden wie es ist, es könnte ja auch schlimmer sein.

Wir verplanen unsere Zukunft und auch unsere Kinder mit viel zu hohen Erwartungen. Das sieht man ja auch schon beim bloggen. Es wird fast schon erwartet, dass der Blog total perfekt und glatt gebügelt ist. Warum? Menschen mit Ecken und Kanten sind viel spannender als diese Perfekten Mamis mit den suuuper tollen Kinderzimmern und den immer aus dem Ei gepellten Kindern, die ständig tolle Gerichte zaubern, die toll aussehen, am besten Vintage Deko und Blümchen daneben. Wollen wir das auch? Ist das unser Plan? Natürlich wissen wir, dass das Fake ist und doch brennt es sich in unserem Gehirn ein, dass das doch schön wäre.

Ein Leben mit einer nicht behinderten Jolina wäre sicher auch schön, ist es aber nicht, natürlich schleichen sich diese giftigen Gedanken manchmal ein, doch was soll das? Es ist nicht zu ändern!
Ich sehe die Gefahr für kinder wie Jolina eben gerade in dieser ganzen Planerei. Ein Kind mit Down Syndrom passt einfach so in gar keinen Lebensplan (denkt man) Deshalb werden 95%(!!!!) aller ungeborenen Kinder mit Down Syndrom abgetrieben, übrigens oft auch als Spätabtreibung, straffrei bis zum errechneten Geburtstermin.
Pläne und Hoffnungen und Vorstellungen können auch gefährlich sein, denn über dem großen Plan, verpasst man die kleinen Dinge, oder tritt sie zur Seite, weil sie nicht zum Ziel führen. Vielleicht hat man, wenn man sich darauf einlässt plötzlich ein ganz neues, besseres Ziel.

Ich bin froh, dass ich mir in meinem Leben vor den Kindern viel gegönnt habe, ich vermisse es auch nicht.
Wir waren pro Jahr teilweise 4 mal in Urlaub, wir waren tauchen, haben Kreuzfahrten gemacht, sind mit dem Mietwagen 3 mal durch die USA gefahren.

Heute machen wir auch mal Urlaub in der Jugendherberge, weil wir uns Mallorca nicht leisten können und haben auch dort Spaß (wenn die Matratzen nicht all zu hart sind)

Ich habe mir den Wunsch erfüllt "nur" Mutter zu sein. Nach 20 Jahren Banker war es einfach Zeit für das was mich erfüllt und ich fühle mich pudelwohl als Hausfrau und Mutter ohne in dieser schrecklichen Tretmühle zu stecken von immer "mehr, mehr und noch mehr".

Natürlich bin ich nicht wunschlos, wie traurig wäre das denn?

Aber meine Bucket List ist vielleicht eher eine Möglichkeit des Lebens die ich begrüßen würde, aber wenn es anders kommt, würde ich das dann auch als perfekt ansehen, denn alles zieht auch Gutes nach sich.

Ich glaube diese Einstellung zum Leben bekommt man, wenn man wirklich schon das Gefühl hatte im freien Fall zu sein und auf den Aufschlag wartete, der dann aber nicht kam, weil man Flügel hat, die jeden Fall auffangen und plötzlich fliegt man und hat eine ganz neue Sicht auf viele Dinge.


  • Einer meiner ständig und zum scheitern verurteilten Ziele ist es wieder Kleidergröße 36 zu haben, hahaha, ich glaube man sollte Realist bleiben, doch auch ich habe Träume.
  • Ich würde so gerne mal wieder ins Disneyland und zwar mit den Kindern, die kennen das gar nicht
  • Ich habe den Wunsch die Pubertät von 2 Töchtern zu "überleben". Nr. 1 steckt gerade drin, was in Kombination mit meinen Wechseljahren eine sehr explosive Mischung ist.
    Ich bin auch oft, total ungerecht, weil ich mich selbst gerade nicht leiden kann, nicht schön für meine Mädels, aber nicht zu ändern
  • Eines meiner Ziele ist ein "guter" Mensch zu sein/zu bleiben.
    Ich bin kein Christ, aber Moral und Werte sind mir sehr wichtig und es tut mir weh, wenn ich sehe was daraus in meinem Umfeld gerade passiert
  • Ich wünsche mir noch lange genug zu leben um zu sehen wie Louisa eine Familie gründet und Jolina hoffentlich mehr oder weniger auf eigenen Beinen steht. Dies sind Dinge, über die man sich als eine ältere Mutter leider Gedanken macht.
  • Wenn unsere Reisen auch inzwischen etwas Niederland-lastiger sind möchte ich immer weiter neue Orte besuchen und entdecken, die gibt es ja auch zur Genüge im Nachbarland
  • Ein großes Ziel ist mit diesem Blog den Menschen weiter zu zeigen, dass das Down Syndrom kein Grund für Panik ist
  • Ich wünschte mir manchmal mehr Zeit. Zeit für mich, Zeit für meine Kinder, Zeit mit meiner Mutter zu verbringen so lange ich sie noch habe. Zeit ist mein größtes Problem und sie rennt mir weg
Danke an alle die bis zum Schluss durchgehalten haben, ich bin ja mal wieder vom hundertsten ins tausendste gekommen.

*Affiliate Links